Magengeschwüre beim Pferd: Ursachen, Behandlung und Prophylaxe

Magengeschwüre sind eine weitverbreitete Erkrankung bei Pferden und können erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen. Ich möchte in diesem Beitrag auf die häufigsten Ursachen, die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten sowie auf Prophylaxe-Maßnahmen eingehen, wobei der Fokus auf naturheilkundlichen Ansätzen liegt.

Ursachen von Magengeschwüren

Magengeschwüre entstehen durch ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion von Magensäure und den schützenden Mechanismen der Magenschleimhaut. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bis zu 90 % der Rennpferde, 60 % der Turnierpferde und etwa 50 % der Freizeitpferde von dieser Erkrankung betroffen sind (Andrews et al., 2005).

Zu den Hauptursachen gehören:

  1. Fütterung: Eine zu seltene oder unausgewogene Fütterung kann dazu führen, dass die Magensäure unkontrolliert auf die Magenschleimhaut einwirkt. Pferde sind darauf ausgelegt, nahezu kontinuierlich zu fressen, da sie dauerhaft Magensäure produzieren. Lange Fresspausen erhöhen das Risiko für Schleimhautschäden erheblich (Murray et al., 1996).
  2. Stress und Haltung: Chronischer Stress durch soziale Isolation, Transport oder intensive Trainingsprogramme kann das Risiko für Magengeschwüre erhöhen. Studien belegen, dass Pferde, die unter sozialen oder physischen Stressoren leiden, eine erhöhte Magensäureproduktion aufweisen (McClure et al., 2001).
  3. Training und Belastung: Intensive körperliche Belastung kann den intraabdominalen Druck erhöhen, was dazu führt, dass saurer Mageninhalt in empfindlichere Schleimhautbereiche gelangt. Renn- und Springpferde zeigen besonders häufig Magengeschwüre (Lester et al., 2008).
  4. Medikamenteneinsatz: Langfristige Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Phenylbutazon kann die Schutzmechanismen der Magenschleimhaut schwächen und somit das Risiko für Ulzera erhöhen (MacAllister et al., 1993).

Folgen einer Nichtbehandlung

Unbehandelte Magengeschwüre können schwerwiegende gesundheitliche Folgen für das Pferd haben:

  1. Chronische Schmerzen und Leistungsminderung: Ständige Schmerzen führen dazu, dass betroffene Pferde ihre Leistungsbereitschaft verlieren, was insbesondere im Sport- und Freizeitbereich problematisch sein kann.
  2. Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen: Durch die reduzierte Futteraufnahme aufgrund von Schmerzen kann es zu einer erheblichen Gewichtsabnahme und einer unzureichenden Versorgung mit essenziellen Nährstoffen kommen.
  3. Verhaltensauffälligkeiten: Pferde mit chronischen Magenschmerzen zeigen häufig verändertes Verhalten wie Aggressivität, Teilnahmslosigkeit oder Futterverweigerung.
  4. Perforation des Magens: In schweren Fällen kann ein unbehandeltes Magengeschwür die Magenwand durchbrechen (Perforation), was eine lebensbedrohliche Situation darstellt.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie von Magengeschwüren erfolgt üblicherweise durch eine Kombination aus medikamentöser Behandlung, Ernährungsanpassung und Managementveränderungen.

  1. Medikamentöse Behandlung: Diese konzentriert sich auf die Hemmung der Magensäureproduktion und den Schutz der Schleimhaut. Dazu werden Protonenpumpenhemmer oder andere säureneutralisierende Medikamente eingesetzt, um die Schleimhautregeneration zu unterstützen.
  2. Anpassung der Fütterung: Eine bedarfsgerechte Ernährung ist essenziell, um Magengeschwüre zu verhindern und bestehende Schäden zu minimieren. Die Fütterung sollte so gestaltet sein, dass pH-senkende Prozesse im Magen ausgeglichen und die natürliche Schutzschicht der Magenschleimhaut gestärkt wird.
  3. Stressmanagement und Haltungsoptimierung: Eine stressreduzierte Umgebung, die natürliche Sozialkontakte, ausreichend Bewegung und eine angemessene Trainingsintensität umfasst, ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Dies trägt dazu bei, die natürlichen Mechanismen der Magenschleimhaut zu stabilisieren.

Prophylaxe mit Fokus auf Naturheilkunde

Die Prävention von Magengeschwüren kann durch eine naturnahe Haltung, angepasste Fütterung und gezielte naturheilkundliche Unterstützung erfolgen.

  1. Optimierung der Haltung: Eine artgerechte Haltungsform mit konstantem Zugang zu Raufutter, ausreichender Bewegung und sozialen Interaktionen ist entscheidend, um die physiologische Balance der Magenschleimhaut aufrechtzuerhalten.
  2. Regulierung der Fütterung: Eine gleichmäßige Futteraufnahme mit ausreichend rohfaserhaltigem Futter sorgt für eine ständige Pufferung der Magensäure und verhindert die Schädigung der Schleimhaut. Fresspausen sollten vermieden werden.
  3. Natürliche Unterstützung: Bestimmte naturheilkundliche Verfahren können die Regeneration der Magenschleimhaut fördern und die Magensäure neutralisieren. Dazu gehören pflanzliche Ansätze, die entzündungshemmend und schleimhautschützend wirken.

Fazit

Magengeschwüre sind ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem bei Pferden, das durch verschiedene Faktoren begünstigt wird. Eine Kombination aus angepasster Fütterung, optimierter Haltung und gezielter Therapie kann sowohl zur Behandlung als auch zur Vorbeugung beitragen. Natürliche Methoden spielen dabei eine wichtige Rolle, indem sie die physiologischen Prozesse unterstützen und langfristig das Wohlbefinden des Pferdes verbessern.

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